Presse-Berichte – was Zeitungen über den Mundartwettbewerb schreiben


3700 Mundart-Beiträge in 25 Jahren

DIE RHEINPFALZ

Wettbewerb Dannstadter Höhe feiert mit einem Festakt und einem Buch seinen Geburtstag

DANNSTADT-SCHAUERNHEIM. Vom Partyspaß zur anspruchsvollen Literaturveranstaltung: So ließe sich die Erfolgsgeschichte des Mundartwettbewerbs Dannstadter Höhe stark vereinfacht zusammenfassen. 25 Jahre dauert sie inzwischen an. Dieses Jubiläum haben Veranstalter, prämierte Dichter und interessierte Gäste am Freitagabend im Zentrum Alte Schule gefeiert.

„An seinen Früchten sollt ihr ihn erkennen“, sagte Nikolaus Hofen frei nach dem Matthäus-Evangelium. Der Festredner, langjähriger Moderater und Jurymitglied des Wettbewerbs, erinnerte an die einstigen Ziele und das bislang Erreichte. Ursprung sei die 100-Jahr-Feier des Männergesangvereins Frohsinn Rödersheim im Jahr 1987 gewesen, das Ziel, das gesellige Beisammensein auf unterhaltsame Weise zu bereichern.
Der damalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, Heinz Werner Ziegler, habe erkannt, dass daraus mehr werden könnte und den Mundartwettbewerb im folgenden Jahr ins Programm des Radieschenfests aufgenommen. Freilich habe dabei noch die Gaudi im Vordergrund gestanden. Was sich jedoch schnell änderte, sagte Hofen. Mit weit mehr als 100 Einsendungen jährlich habe sich der Wettbewerb als stetig sprudelnde Quelle erwiesen.
Daher habe es gegolten, sie behutsam einzufassen und in die richtigen Bahnen zu lenken, damit das wertvolle Gut – die Pfälzer Mundart in ihren Variationen – nicht versickert. Die Länge der Beiträge zu beschränken und den Endreim einzufordern, seien in den folgenden Jahren markante, im Rückblick richtige Entscheidungen gewesen. Denn trotz der Bedenken der Kritiker sei richtige Dichtung dabei herausgekommen. „Es entstand Mundartliteratur auf beachtlich hohem Niveau“, erklärte Hofen.
Auch Johann Wolfgang von Goethe habe dereinst bezweifelt, dass anspruchsvolle Literatur mit Mundart vereinbar ist, und dem Dichter Johann Peter Hebel vorgeworfen, er „verbaure“ Literatur mit seinen Gedichten im Alemannischen. Dieser habe den Meister jedoch eines Besseren belehrt. „Wenn sich also selbst solch große Geister irren, kann man es auch den kleinen Geistern nachsehen.“

Als Tragpfeiler für den Erfolg des Mundartwettbewerbs Dannstadter Höhe bezeichnete Hofen Organisation und Management durch Kreisvolkshochschule und Verbandsgemeinde – allen voran Gemeindemitarbeiterin Angelika Lucas, die alle Fäden in Händen halte: die Aufnahme des Wettbewerbs in das Kulturprogramm, die rege Teilnahme aus der gesamten Pfalz und angrenzenden Regionen sowie den hohen Zuspruch des Publikums.

Auch jüngere Leute sollen in Zukunft zum Mitdichten ermutigt werden.

Nicht zuletzt sei die kompetente Jury ein unverzichtbares Korrektiv, das, stets um Objektivität bemüht, in 25 Jahren rund 3700 Beiträge analysiert und bewertet habe. „Wir sind gut, wollen aber noch besser werden“, erklärte Hofen. So sollten auch jüngere Menschen angesprochen werden, damit der Wettbewerb von der Mundart der Jugend, ihrer Frische, Kreativität und Experimentierfreude profitieren könne. Die Anerkennung früherer Kritiker zeige, dass der Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe den richtigen Weg eingeschlagen habe. Im Sinne des Matthäus-Evangeliums lasse sich ihm bescheinigen: „Aus mir is was worre“, sagte er.
Die wichtige Rolle der Mundart beschrieb Jury-Mitglied Anneliese Thürwächter mit dem Gedicht „Zwääspro
chig“. „Wer Pälzisch red, määnt mancher heit, / der gheert nit zu de bessre Leit. / E Kind sell gleich mit Hochdeitsch strunze / Und sei Karriere nit verhunze.“ Doch das Gegenteil sei der Fall: Der Wortschatz werde bereichert, zweisprachige Kinder würden doppelt so gescheit.
Daneben belegten auch sechs mehrmals prämierte Mundartdichter, was die Pfälzer Mundart zur Literatur beiträgt: Renate Demuth mit „Summertheader“, Waltraud Meißner mit „Äänzich“, Wolfgang Ohler mit „rip van Winkle“, Toni Ostermayer mit „Friehlingsgedanke unnerm Applboom“, Hermann-Josef Settelmeyer mit „Thema mit drei Variatione – Das Samenkorn“ und Norbert Schneider mit „Dreiecksverhältnis“.
Für ihre Verdienste überreichte Bürgermeister Stefan Veth den Jury-Mitgliedern, seinen Amtsvorgängern Heinz Werner Ziegler und Günter Beckstein sowie den ehemaligen Landräten Ernst Bartholomé und Werner Schröter Urkunden und Präsente. Seine Mitarbeiterin Anglika Lucas, die seit Jahren den Wettbewerb federführend organisiert, bezeichnete er als den guten Geist der Veranstaltung.
Auch Landrat Clemens Körner fand es toll, dass die Idee nach 25 Jahren noch immer Bestand habe – zumal er ein Fan der Zweisprachigkeit sei. Gekrönt wurde der gelungene Abend von der musikalischen Untermalung durch das Hoffmann-Hammer-Trio aus Neupotz. (mamü)

Zur Sache: Das Buch zum Jubiläum
Zu dem besonderen Jubiläum der Veranstaltung hat Mundartautor Bruno Hain aus Böhl-Iggelheim, der seit 1989 der Wettbewerbsjury angehört, ein Lesebuch zusammengestellt. Der Titel des Werks lautet „Aus mir is was worre“. Darin finden sich die preisgekrönten Texte der Gewinner in den Kategorien Lyrik und Prosa sowie vieler Zweit-und Drittplatzierter in den vergangenen 25 Jahren. Auch in den Beiträgen von Gewinnern der verschiedenen Sonderpreise, die im Laufe der Jahre ausgelobt wurden, kann der Leser schmökern.
Darüber hinaus gibt es Informationen zu den prämierten Mundartdichtern, Grußworte von Landrat Clemens Körner und Dannstadt-Schauernheims Bürgermeister Stefan Veth sowie ein Vorwort von Bruno Hain. Die ersten druckfrischen Exemplare konnten Interessenten bereits bei der Jubiläumsfeier erwerben. Preis pro Ausgabe: zehn Euro. Verkauft wird das Buch ab sofort im Kreishaus in Ludwigshafen, bei sämtlichen Gemeindeverwaltungen im Rhein-Pfalz-Kreis sowie in den Büchereien der Kreisgemeinden. (mamü)

DIE RHEINPFALZ, 18.03.2013

Mit traurigen Tönen zum Sieg

DIE RHEINPFALZ

Zum 25. Mal ist der Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe ausgetragen worden, zum 20. mal hat der Dirmsteiner Albert Keil mitgemacht – und es zum ersten Mal ganz oben aufs treppchen geschafft. Er ist Sieger in der Kategorie Prosa. Den Lyrik-sie hat sich der Rödersheim-Gronauer Toni Ostermayer erdichtet, der sonderpreis ging an Paul Schwaninger aus Ludwigshafen.

Rödersheim-Gronau.
Zu seinem 25. Geburtstag ist der Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe an seinen ideellen Geburtsort zurückgekehrt: Seine Endrunde war am Montagabend der krönende Abschluss des Festwochenendes, mit dem der Männergesangverein (MGV) Frohsinn sein 125-jähriges Bestehen gefeiert hat. Rund 400 Besucher in der Schulsporthalle der Grundschule in Rödersheim-Gronau haben das Finale verfolgt und genossen.
Einen besonderen Höhepunkt setzte das MGV-Mitglied Toni Ostermayer aus Rödersheim-Gronau. Ausgerechnet bei seinem Heimspiel belegte er den ersten Platz in der Kategorie Lyrik. Die ebenso amüsanten wie gelungenen Wortspiele begannen in seinem Gedicht bereits im Titel: „Pälzer Mundart(e)“. Zwar sei er beim Mundart-Wettbewerb gerne dabei, aber der Begriff Mundart bereite ihm Kopfzerbrechen: „Geh doch fort – wer wäß, wie des doher kummt! Jedenfalls is ,Mund’ e Fremdwort in de Palz!“, erklärt er.
Und lieferte in der Folge zahlreiche Beispiele, wie dieser Körperteil im Pfälzer Dialekt eigentlich benannt wird. So habe Paul, der Spinner, „e großes Maul, un nix dehinner“. Ein unverbesserliches „Schlappmaul“ sei er halt. Dabei arbeitete Ostermayer scheinbar nebenbei einige Pfälzer Typen auf sympathische Weise heraus.
Wie Emma, deren „Schnawwel“ keine Minute stillsteht und die sich deshalb schon ordentlich „die Gosch“ und eben nicht den Mund verbrannt habe. Oder ihre Schwester Ruth, die ihr in nichts nachstehe: „Wonn’s häßt, sie het mol widder g’hetzt – dann wird die Schnut erscht recht gewetzt!“. Hier belustigtes Schmunzeln, dort herzhaftes Lachen, dem Publikum schien das Gedicht sehr gut zu gefallen.
Der erste Sieg beim Mundart-Wettbewerb war es für den 62-jährigen nicht, aber trotzdem ein besonderer. „Ich fühle mich wohl im Ort und im Verein. Dass jetzt alles so zusammenkommt, etwas Besseres kann ich mir nicht vorstellen“ verriet der preisgekrönte Dichter der RHEINPFALZ.
Traurige Töne schlug hingegen Albert Keil aus Dirmstein an, der mit seinem Prosa-Beitrag „Valledinsdaach“ im 20. Anlauf zum ersten Mal ganz oben auf dem Treppchen landete. Darin findet eine junge Ärztin beim Joggen eine alte Frau, die einen Brief in der Hand hält. Daraus geht hervor, dass sie am Valentinstag vo 50 Jahren geheiratet hat und mächtig stolz darauf war, ihren Mann bekommen zu haben. „Wie viele Mädle waren hinner Därr här gewässt, awwer Du hoscht bloß Aache g’hatt fär mich!“ Direkt nach der Trauung sei jedoch der Feueralarm ertänt und ihr frischvermählter Gatte, ein Feuerwehrmann, dem Ruf der Pflicht gefolgt. Auf dem Weg zum Einsatz verunglückte er tödlich.
Die ergreifende Geschichte geht unter die Haut. „En annre Mann hawwich niemols a(n)gegucht. Doi Grab is moi Zuflucht worre“, erzählt die Seniorin in dem an den Toten gerichteten Brief weiter. Den Brief wollte sie an sein Grab bringen, war ihr allerdings nicht mehr gelang. Auf dem Weg dorthin starb sie. Von der Polizei nach der Todesursache gefragt, sagt die junge Ärztin: „Sie is g’storwe an ehrm gebrochene Herz.“
Den Sonderpreis des Kultur- und Heimatkreises Dannstadter Höhe erhielt für seinen Beitrag „De Knoddlbu“ Vorjahresgewinner Paul Schwaninger aus Ludwigshafen, mit dem zarten Alter von 90 Jahren der erfahrenste Teilnehmer. In seinem Beitrag erinnert der Altmeister an den längst in Vergessenheit geratenen Brauch, Kinder die wenig appetitlichen Hinterlassenschaften von Pferden sammeln zu lassen, um den Mist im heimischen Garten als Dünger zu verwenden.
So lagen „mer Buwe uff de Lauer, bis vo Dorf kummt mol än Bauer“, erzählt er. Die Konkurrenz sei groß, der Lohn fü rdie Mühen spärlich gewesen. Junge Leute heute lachten darüber, doch hätten sie es in jener Zeit sicher ebenfalls getan. „Weil mär hott, wie grad mol gsat, vor soine Leit noch Mores ghat.“ Doch Gottseidank sei es jetzt vorbei mit der „Gauslmischtsucherei“.
Charmant und eloquent führte Nikolaus Hofen durch den Abend, der musikalisch vom Männer- und vom Frauenchor des MGV bereichert wurde. Die Sänger gewährten Landrat Clemens Körner sogar ein Ständchen als Belohnung dafür, dass er an seinem Geburtstag zum Wettbewerb gekommen war.

DIE RHEINPFALZ, 09.05.2012

Auf den guten Dialekt kommt es an

MARKTPLATZ REGIONAL

Rödersheim-Gronau:
25. Mundart-Wettbewerb Dannstadter-Höhe – Anmeldungen bis 1. April möglich

Dialekt ist verpflichtend: Wer am 25. Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe teilnehmen möchte, kann sich ab sofort bewerben. Noch bis 1. April werden Anmeldungen angenommen.

Ob in Lyrik oder Prosa – Hauptsache Pfälzer Mundart. Hobby-Schriftsteller und –Dichter aus der Region haben wieder die Möglichkeit ihre Werke beim Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe einzureichen. Dieser findet 2012 zum 25. Mal statt. Veranstalter sind die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim und die Volkshochschule des Rhein-Pfalz-Kreises.
Wer sich im Bereich Lyrik bewerben möchte, kann bis zu zwei Gedichte einreichen. Die Themen sowie die Form sind den Teilnehmern freigestellt. In der zweiten Kategorie, der Prosa, können ebenfalls bis zu zwei Texte zur Bewertung abgegeben werden. Die Texte sollten nicht mehr als zwei DIN-A-4-Seiten lang sein und 1,5-zeilig in Schriftgröße zwölf geschrieben sein. Weder die Gedichte noch die Prosatexte dürfen in Print noch Online veröffentlicht worden sein. Die Texte und Gedichte werden von einer Jury bewertet. In jeder Kategorie werden Geldpreise in Höhe von 250 Euro, 150 Euro und 100 Euro oder Sachpreise ausgelobt.
Eine Anmeldung ist schriftlich bei der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, Rathausplatz 1, 67125 Dannstadt-Schauernheim, zu Händen Frau Lucas möglich.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mundart-dannstadter-hoehe.de (red.)

Termin:
Die Endausscheidung findet am Montag, 7. Mai, in der Sporthalle der Grundschule Rödersheim statt.

MARKTPLATZ REGIONAL, 01.02.2012

25. Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe 2012

Amtsblatt Dannstadter Höhe

Der 25. Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe stand auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Landrat Clemens Körner, der gleichzeitig auch Mitveranstalter des Mundart-Wettbewerbes ist.
Bürgermeister Stefan Veth konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen und freute sich über viele Zuhörer und Interessierte der Pfälzer Mundart in der vollbesetzten Sporthalle der Grundschule in Rödersheim-Gronau.
Alle Finalisten hatten eines gemeinsam: Sie begeisterten die Jury und ihr Publikum gleichermaßen mit einer gelungenen Mischung von heiteren und ernsten Beiträgen auf hohem Niveau.
Die Jury hatte die Aufgabe, aus 90 Beiträgen in der Kategorie Lyrik in Mundart und 29 Beiträgen in Prosa in Mundart ihre Entscheidung zu treffen.
Folgende Preisträger wurden ermittelt und ausgezeichnet:

Mundart in Lyrik
1. Platz Toni Ostermayer, Rödersheim-Gronau Pälzer Mundart(e)
2. Platz Bernhard Knittel, Waldsee Die Weimick
3. Platz Hermann J. Settelmeyer Gen – Genesung
4. Platz Matthias Zech, Speyer Wer wääs
5. Platz Rudi Steiner, Billigheim Im Lääwe
6. Platz Else Gorenflo, Stutensee-Friedrichsfeld Mei Äggerle
7. Platz Hanns Stark, Bobenheim-Roxheim Silwerherbst
8. Platz Erich Hoffmann, Neupotz Sproochverännerung
9. Platz Melanie Fischer-Krupp, Steinbach am Glan Mannsleit
10. Platz Johanna Schmidt, Mannheim Emotjone

Mundart in Prosa
Preisträger werden noch bekannt gegeben.
Preis des Kultur- und Heimatkreises Dannstadter Höhe
Paul Schwaninger, Ludwigshafen, De Knoddlbu
Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Männer- und Frauenchor des MGV Frohsinn Rödersheim.
Durch das Programm führte in altgewohnter Weise mit meisterhaftem Sprach- und Wortwitz Herr Dr. Dr. Nikolaus Hofen, Mitglied der Jury.
Auf unserer Internetseite finden Sie in Kürze die prämierten Beiträge sowie Informationen zum Wettbewerb. Die Beiträge können dann auch im Originalton angehört werden.

Also, schauen oder hören Sie mal rein:
www.mundart-dannstadter-hoehe.de. Es lohnt sich!

Danken möchten wir den Teilnehmern, geladenen Gästen und den Zuhörern, die Mundart als ein Stück Kultur, als ein Stück regionale Identität und als Instrument einer vielfältigen Ausdruckskraft erlebten.
Weiterhin bedanken wir uns bei den Helfern des MGV Frohsinn sowie dem Frauen- und Männerchor für die musikalische Umrahmung.

AMTSBLATT Dannstadter Höhe, 11.02.2012

Matinee zu „20 Jahre Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe“

Amtsblatt Dannstadter Höhe

In diesem Jahr fand zum 20. Mal der „Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe“ statt. Als Ausklang und Abschluss des Jubiläumsjahres 2007, das bereits mit mehreren Veranstaltungen gebühren gefeiert worden ist, gestalteten die Träger dieses Wettbewerbs, der Rhein-Pfalz-Kreis und die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, am Sonntag, dem 28. Oktober 2007, eine Matinee als würdige Feierstunde im stilvollen Ambiente des Zentrum Alte Schule in Dannstadt. Zum einen sollte damit die Entwicklung dieses Wettbewerbs von seinem Beginn im Jahr 1988 bis zu seiner heutigen Bedeutung als bei Kennern und Fachleuten der pfälzischen Mundartliteratur anerkanntes und bei Mundartautorinnen und -autoren gleichwohl geschätztes Dichterforum nachgezeichnet und als jährliches kulturelles Ereignis unserer Region gewürdigt werden. Zum anderen war es den Veranstaltern aber auch ein aufrichtiges Bedürfnis, zu diesem Anlass besonders jenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu danken, die über zehnmal mit ihren Lyrik- und Prosabeiträgen den Wettbewerb bestritten haben.
In seiner Eröffnungsansprache übermittelte Bürgermeister Beckstein den Gruß des Schirmherrn, des Herrn Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, der (in dienstlich bedingter Abwesenheit) der Veranstaltung seine Anerkennung und seine besten Wünsche aussprach. Des Weiteren begrüßte Bürgermeister Beckstein die „Gründerväter“ dieses Wettbewerbs, u.a. den ehemaligen Landrat Dr. Ernst Bartholomé, Bürgermeister a.D. Heinz Werner Ziegler, den ehemaligen Direktor der Kreisvolkshochschule Meinolf Schmid, den ehemaligen Ortsbürgermeister Otto Gerdon und Dr. Dr. Nikolaus Hofen.
Die Festrede hielt das Jurymitglied Dr. Dr. Nikolaus Hofen.
Zentrales Thema seines Vortrags war die Frage nach der Wertigkeit der Mundarten allgemein als eines unserer ältesten Kulturgüter und der pfälzischen Mundart im Besonderen als der Sprachvarietät, in der sich Zusammengehörigkeit, Innerlichkeit, Nähe am klarsten ausdrücke. Die Mundart gebe der Heimat ihre Stimme. Schuldzuweisungen an die Mundart wie mangelhafte Sprachleistungen, Karrierehindernis, fehlende Intelligenz, niedriger sozialer Status und sonstige Defizite entbehren jeglicher Grundlage. Beispiele aus der Realität entlarvten diese Auffassungen als das, was sie seien: wenn auch weit verbreitet und hartnäckig wiederholt, so doch nur Vorurteile aus Unwissenheit. (Die Festrede kann in der Wettbewerbsbroschüre 2008 im Wortlaut nachgelesen werden.)
Höhepunkt der Matinee war schließlich der Dank an die geladenen Autorinnen und Autoren. Ausschlaggebend für die Anerkennung und Ehrung sei – so Bürgermeister Beckstein – die Stetigkeit und Kontinuität der Teilnahme, unabhängig von der jeweils im Vorjahr erreichten Platzierung. Diese Souveränität träfe genau den Grundgedanken dieses Wettbewerbs.
Aus den Händen von Herrn Landrat Schröter und Herrn Bürgermeister Beckstein erhielten sie die – von der Kreissparkasse Rhein-Pfalz gestiftete und erstmals verliehene – „Dannstadter Mundart-Medaille“, eine ideelle und qualitativ sehr wertvolle Auszeichnung in Feinsilber mit Verleihungsurkunde und der Jubiläumsausgabe der Festschrift mit dem programmatischen Titel „UFFWIND. Eine Lesebuch zum 20. Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe“, zusammengestellt von Bruno Hain.
Die so Geehrten und Ausgezeichneten sind Albert Manfred, Wilma Arnold, Willi Bartholomä (†), Karl Bier, Rolf Büssecker, Johannes Dexheimer, Ferdinand Dewald, Hans Ehrhardt, Gisela Gall, Else Hanf, Christel Hartmann, Ingeborg Hellmann, Friedel Hendel, Adele Herzog, Liselotte Kast, Albert H. Keil, Kurt Keller, Arnold Kratz, Rudy Kupferschmitt, Anton Meißner, Waltraud Meißner, Werner Mühl, Relinde Niederländer, Toni Ostermayer, Karin Ruppert, Gerd Runck, Hermann Schmitt, Helga Schneider, Norbert Schneider, Helma Schönthaler, Alexander Schroth, Hermann Josef Settelmeyer, Kurt Seither, Georg Spieß (†), Rudi Steiner, Erich Vehrenkamp, Anneliese Vetter, Günter Wörz und Irma Vollmer.
Die „Dannstadter Mundart-Medaille“ erhielten außerdem die Jurymitglieder Bruno Hain, Hedy Heller, Dr. Dr. Nikolaus Hofen, Meinolf Schmid, Dr. Josef Schwing, Anneliese Thürwächter und Karl-Jörg Walter (†).
Noch eine weitere Ehrung stand an, zu der die Matinee-Veranstaltung ein willkommenes Ambiente bot: Für seine langjährigen Verdienste um die pfälzische Mundart durfte Herr Dr. Dr. Nikolaus Hofen aus den Händen von Herrn Landrat Schröter die „Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz“ entgegennehmen.
In seinem Schlusswort dankte Bürgermeister Beckstein schließlich auch den zahlreichen Besuchern, die hervorragend auf diese Matinee eingestellt waren und alle Ehrungen und sonstigen Darbietungen mit herzlichem Applaus bedachten.
Die Einladung aller Anwesenden zu einem anschließenden Imbiss und Umtrunk wurde gerne angenommen. In recht intensiven Gesprächen und im interessierten Meinungsaustausch, zurückhaltend begleitet von Jazzimprovisationen der bekannten Gruppe Trio Variety und Làszló Szitkó am Piano, die die gesamte Veranstaltung musikalisch umrahmte, fand eine schöne, würdige und niveauvolle Matinee ihren Abschluss.
Amtsblatt Dannstadter Höhe am 9. Nov. 2007


Teilnahme am Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe

Bartholomä Willi (verst.), 10 x teilgenommen, 7 x Preisträger
Schroth Alexander, 10 x teilgenommen, 5 x Preisträger
Hanf Else (verst.), 10 x teilgenommen
Spieß Georg (verst.), 11 x teilgenommen, 4 x Preisträger
Wörz Günter, 11 x teilgenommen, 2 x Preisträger
Herzog Adele, 11 x teilgenommen
Niederländer Relinde, 12 x teilgenommen, 9 x Preisträger
Schmitt Hermann, 12 x teilgenommen, 1 x Preisträger
Arnold Wilma, 12 x teilgenommen
Dewald Ferdinand, 12 x teilgenommen
Seither Kurt, 12 x teilgenommen
Vollmer Irma, 12 x teilgenommen
Steiner Rudi, 13?x teilgenommen, 9 x Preisträger
Kast Lieselotte, 13 x teilgenommen, 1 x Preisträger
Kratz Arnold, 13 x teilgenommen, 1 x Preisträger
Büssecker Rolf, 15 x teilgenommen, 6 x Preisträger
Kupferschmitt Rudy, 15 x teilgenommen, 6 x Preisträger
Dexheimer Johannes, 15 x teilgenommen, 4 x Preisträger
Runck Gerd, 15 x teilgenommen, 15 x Preisträger
Ostermayer Toni , 15 x teilgenommen, 11 x Preisträger
Meißner Waltraud, 15 x teilgenommen, 10 x Preisträger
Ruppert Karin, 16 x teilgenommen, 8 x Preisträger
Ehrhardt Hans, 16 x teilgenommen, 6 x Preisträger
Meißner Anton, 16 x teilgenommen, 15 x Preisträger
Mühl Werner, 16 x teilgenommen, 11 x Preisträger
Bier Karl, 16 x teilgenommen
Hendel Friedel, 16 x teilgenommen
Vehrenkamp Erich, 16 x teilgenommen
Vetter Anneliese, 17 x teilgenommen, 4 x Preisträger
Schneider Helga, 17 x teilgenommen, 13 x Preisträger
Keller Kurt, 18 x teilgenommen, 4 x Preisträger
Schneider Norbert, 18 x teilgenommen, 15 x Preisträger
Albert Manfred, 18 x teilgenommen, 1 x Preisträger
Hartmann Christel, 18 x teilgenommen
Hellmann Ingeborg, 18 x teilgenommen
Settelmeyer Hermann J., 20 x teilgenommen, 17 x Preisträger
Schönthaler Helma, 19 x teilgenommen, 13 x Preisträger
Gall Gisela, 20 x teilgenommen, 12 x Preisträger
Keil Albert H., 20 x teilgenommen, 11 x Preisträger

Mundart ist Stimme der Heimat

DIE RHEINPFALZ

Erstmals Ehrenmedaille für Dialektdichter
Seit 20 Jahren gibt es den Mundartwettbewerb „Dannstadter Höhe“, den Rhein-Pfalz-Kreis und Verbandsgemeinde gemeinsam veranstalten (wir berichteten). Zum ersten Mal wurden im Jubiläumsjahr Dichter, die besonders häufig und erfolgreich an dem Wettstreit teilgenommen haben, mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet.
Bürgermeister Günter Beckstein und Landrat Werner Schröter überreichten bei einer Matinee, die von der Kreissparkasse Rhein-Pfalz gestiftete „Dannstadter Mundart-Medaille“: eine 40 Millimeter große und 25 Gramm schwere Feinsilber-Münze. Der Preis ging auch an ehemalige Jury-Mitglieder. Wie berichtet, hat deren langjähriger Vorsitzender Nikolaus Hofen bei der Jubiläumsfeier für seine Verdienste um die Mundartdichtung die Landesehrennadel erhalten. Der Kern seiner Festrede dürfte gleichzeitig dem Verständnis der vielen Geehrten, Teilnehmer und Preisträger entsprechen: „Die Mundart ist die Stimme der Heimat.“

Rekordhalter Settelmeyer
Selbst wenn es bei „20 Jahre Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe“ nicht um ein Jubiläum vergleichbar mit dem eines Sportvereins gehe, wie Nikolaus Hofen ausführte, stehen auf der Liste der frisch gebackenen Medaillenträger doch einige Rekordhalter: der Lingenfelder Hermann Josef Settelmeyer beispielsweise, der bei 19 Teilnahmen mit 17 Preisen die höchste Zahl an Trophäen in der Geschichte des Wettbewerbs mit nach Hause nehmen durfte. Oder die Mundartpoeten Gisela Gall und Albert Keil, die beide an allen 20 Veranstaltungen dabei waren. Das gewissermaßen beste „Preis-Teilnahmeverhältnis“ darf Gerd Runck für sich beanspruchen: 15 Mal dabei und nach Ansicht der Jury 15 Mal preiswürdig.
Zu den Geehrten zählten außerdem: Ingeborg Hellmann, Helma Schönthaler, Norbert Schneider, Anneliese Vetter, Helga Schneider, Erich Vehrenkampf, Friedel Hendel, Werner Mühl, Hans Ehrhardt, Karin Ruppert, Waltraud Meißner, Toni Ostermayer, Johannes Dexheimer, Rolf Büssecker, Arnold Kratz, Lieselotte Kast, Rudi Steiner, Irma Vollmer, Relinde Niederländer, Alexander Schroth.
Die Rheinpfalz am 3. November 2007 – red